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Gemälde, auf denen man etwas Gegenständliches erkennen kann: Die figurative Kunst steht im Mittelpunkt der DAF Frankfurt 2026

Visitors at DAF Frankfurt 2026

Wer wissen will, wohin sich die Kunst entwickelt, sollte die Manifeste beiseitelassen und stattdessen eine Messe besuchen. Kommerzielle Gruppenausstellungen sind der Ort, an dem Kunst auf die Menschen trifft, die von ihr leben, und an dem Käufer mit ihrem Geldbeutel abstimmen. Sie präsentieren, was gefragt ist und was nicht; was auf ein Museum ausgerichtete Qualität hat und was für Privatsammlungen geeignet ist; und – was vielleicht am ehrlichsten ist – worauf die Öffentlichkeit gerade großen Wert legt.

In den letzten zwei bis drei Jahren hat sich diese Stimmung gewandelt, und im Jahr 2026 ist das Ergebnis kaum zu übersehen: Die zeitgenössische figurative Kunst erlebt gerade ihren kommerziellen Durchbruch. Die gegenständliche Kunst war zwar nie ganz verschwunden, doch selten zuvor hat sie den Kunstmarkt so dominiert wie heute.

Collectors at DAF Frankfurt 2026

Die Besucher der Discovery Art Fair Frankfurt 2026

Warum die figurative Kunst im Jahr 2026 die Vorherrschaft übernommen hat

Sie zeigt sich in allen erdenklichen Spielarten. Manche Maler lassen sich von Impressionismus, Expressionismus oder der Neuen Sachlichkeit inspirieren; andere zerlegen die Figur zur Gänze. Eine stattliche Anzahl Künstler*innen arbeitet mit Hyperrealismus oder einem traumähnlichen, ja fast surrealistischen Realismus. Die Themen sind ebenso vielfältig und reichen von sehr persönlichen bis hin zu politischen Motiven, von gesellschaftlich engagierten Inhalten bis hin zu unverhohlener Pop Art. Was alle verbindet, ist, dass man erkennt, was man da sieht.

Die DAF-Kuratorin Barbara Fragogna betont die schier unübersehbare Präsenz des Hyperrealismus: Maler*innen, so ihre Vermutung, seien es leid, das Rad neu zu erfinden, und wollten lieber zeigen, wozu ihre Hände fähig sind. Ihr Kuratorenkollege Kai Brückner hingegen konzentriert sich auf die Nachfrage nach Kunst. In unsicheren Zeiten sehnen sich die Menschen nach einem Anker, und Abstraktion erfordert eine intensivere emotionale Anstrengung, als viele Sammler*innen derzeit bereit oder in der Lage sind zu leisten.

DAF Frankfurt 2026DAF Frankfurt 2026

Figurativ vs. abstrakt: Die Zahlen der DAF Frankfurt

Der Messehallenplan gibt beiden recht. Von den Galerieständen präsentierten 63 % vorrangig figurative Werke, 90 % zeigten zumindest einige davon, und nur 10 % waren auf ausschließlich abstrakte Kunst spezialisiert. Selbst die auf das Abstrakte ausgerichteten Galerien gingen meist auf Nummer sicher und hängten ein oder zwei figurative Werke daneben. Der Bereich der Künstler*innen war mit etwa 57 % figurativer und 43 % abstrakter Kunst gleichmäßiger aufgeteilt, was für sich genommen schon aufschlussreich ist: Künstler*innen schaffen nach wie vor abstrakte Kunst, doch die Galerien, die verkaufen müssen, setzen auf das Figurative.

Barbara Fragogna guiding a tour at DAF Frankfurt 2026

Barbara Fragogna guiding a tour at DAF Frankfurt 2026

Die Techniken der Alten Meister und zeitgenössische Themen

Einige der eindrucksvollsten Werke greifen am deutlichsten auf die Vergangenheit zurück: Carl Dobsky (Galerie Poulsen) inszeniert die Vertreibung aus dem Garten Eden im Chiaroscuro-Stil Caravaggios, samt Schlafmasken und einem Koffer. ANJUTA malt ein niederländisches Vanitas-Stillleben, bei dem eine Smartwatch die Sanduhr ersetzt. Christoph Eberle (VERMEER Magazine) stellt Lilien einem Kanister gegenüber, auf schwarzem Grund, wie man ihn von Rachel Ruyschs Blumenstücken kennt, während Gan-Erdene Tsend (Galerie am Dom) eine der von hinten abgebildeten Figuren Caspar David Friedrichs aufgreift und dann das Spiegelbild eines Mannes in einer Pfütze zeigt, der gar nicht auf der Brücke steht. Eberle und Tsend sind beide Preisträger des Wettbewerbs „Discover a Talent“.

Kai Brückner and Klaudia Kelleh at Discover a talent booth

Kai Brückner and Klaudia Kelleh at Discover a talent booth

Die Malerei ist zurück

Die Malerei ist wieder das bevorzugte Medium – Öl auf Leinwand, mit Figuren und allem Drum und Dran. Wenn das Jahr 2026 eine Tendenz erkennen lässt, dann ist es die Freude am Wiedererkennen: das Vertraute genießen und eine Verbindung zu dem herstellen, was wir sehen.

Folgen Sie der DAF Frankfurt, um zu sehen, wohin die Reise der figurativen Kunst als Nächstes führt, und besuchen Sie uns bei der nächsten Ausgabe der Messe.

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Fotos: Holger Peters