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Diese fünf Messestände sollten Sie auf der DAF Cologne nicht verpassen

Oliver M Pavic booth

Die diesjährige Discovery Art Fair Cologne zählt wohl zu den vielfältigsten Ausgaben ihres Bestehens.

Malerei, Skulptur, Fotografie, Mixed Media und Urban Art. In dieser Fülle eine Auswahl zu treffen, ist eine echte Herausforderung. Die folgenden fünf Kojen sind mir besonders aufgefallen, jede auf ihre ganz eigene Art. Die Reihenfolge ist daher ohne Wertung zu verstehen.

Oliver M. Pavic – Stand D16

Oliver Pavics Malerei bewegt immer an der Grenze zwischen Schönheit und Unbehagen. Geboren im postkommunistischen Jugoslawien und ursprünglich als Architekt ausgebildet, führte ihn sein Weg über London schließlich nach Picardie in Frankreich. Eine Retrospektive von Francis Bacon in der Tate Britain im Jahr 2008 veränderte seine künstlerische Praxis nachhaltig. Dieses Erlebnis ist in seinen Arbeiten spürbar, doch Pavic hat längst eine eigene Bildsprache entwickelt. Seine aktuelle Serie „Solace“ wirkt ruhiger und nach innen gerichtet. Dekonstruierte Figuren entstehen in Öl, kreiert mit dem Spachtel und in zahlreichen Schichten, die Zeit eher zu speichern scheinen, als sie abzubilden. Unter der vermeintlichen Rohheit liegt architektonische Präzision. Diese Bilder erschließen sich langsam und belohnen die Aufmerksamkeit, die man ihnen schenkt.

Oliver M Pavic booth

Oliver M Pavic booth

Agata Schubert-Hauck – Stand B14

Eine Wand aus Masken empfängt die Besucherinnen und Besucher am Stand von Agata Schubert-Hauck. Mehrere Dutzend kleinformatige Arbeiten, jedes zeigt ein Gesicht in kraftvollen, gestischen Pinselstrichen. Die Wirkung ist unmittelbar und zugleich subtil irritierend. In ihrer Serie, die auch „Masken“ heißt, fokussiert sich Schubert-Hauck weniger auf das Porträt als auf eine tiefere Form von Anatomie. Das Antlitz als Oberfläche, die mehr verbirgt als sie preisgibt. Die Züge sind nicht individuell, sondern universell. Es geht um Muster und Mechanismen, die in jedem Gesicht wirken, unabhängig von der Person dahinter. Anders als bei Francis Bacon, dessen Verzerrungen stark subjektiv geprägt sind, wirkt ihr Ansatz typisiert, beinahe archetypisch. Wer länger vor diesen Arbeiten steht, beginnt sich zu fragen, welches dieser Porträts das eigene sein könnte.

Agata Schubert-Hauck booth

Agata Schubert-Hauck booth

Anja Ernsberger – Stand D17

Die Serie „Heads & Hands“ von Anja Ernsberger hat ihren Ursprung in etwas sehr Persönlichem. Eine nonverbale Sprache, die sie gemeinsam mit ihrem Sohn entwickelt hat. Kommunikation über Gesten statt über Worte. Auf der Discovery Art Fair Cologne 2026 zeigt sie ausschließlich Hände und die Wirkung ist eindrucksvoll. In Acryl und Graffitispray auf Leinwand gemalt, reicht die Bandbreite der Handbewegungen von zart bis herausfordernd, erzählen von Zugewandtheit bis Rückzug. Eine Sprache, die ursprünglich ganz privat war, wird in diesem Format und in der intensiven Farbigkeit aus leuchtendem Orange und tiefem Petrol zu etwas Universellem. Die körperliche Präsenz dieser Arbeiten ist so stark, dass man sie beinahe fühlen kann.

Anja Ernsberger booth

Anja Ernsberger booth

Anna Lagosch – Stand F14

Anna Lagosch arbeitet an der Schnittstelle von Malerei und Objekt. Ihre geformten, geschichteten geometrischen Arbeiten entziehen sich der klassischen Wandpräsentation. Ihre Referenzen liegen in der Abstraktion, etwa bei Mondrian oder Imi Knöbel, doch sie führt diese Ansätze in eine beweglichere, offenere Richtung. Im Zentrum steht die Kante und der Raum zwischen den Formen. Arbeiten in sanften Gelb- und Blautönen sowie Petrol, ergänzt durch eingelassene oder hervortretende Rechtecke, wirken wie Bilder und zugleich wie eigenständige Objekte im Raum. Was, wenn der Rahmen selbst zum Kunstwerk wird? Was, wenn die Rückseite zur Vorderseite wird? Der Stand ist präzise inszeniert und wirkt leise, aber nachhaltig.

Anna Lagosch booth

Anna Lagosch booth

Carola Dewor – Stand D9

Manchmal braucht es auf einer Kunstmesse einfach ein überzeugendes Gemälde. Carola Dewor, ausgebildet an der Universität der Künste Berlin zur Zeit der Neuen Wilden, hat über Jahrzehnte eine eigenständige Position in der atmosphärischen Interieurmalerei entwickelt. Ihre Räume, erfüllt von gedämpftem grünlichem Licht, mit Fenstern, die ins Unbestimmte führen, und Objekten, die eine abwesende Präsenz spürbar machen, sind mit großer Sicherheit gemalt. Keine Effekte, sondern ein feines Gespür für Farbe, Tiefe und Stimmung. Eine Position, die eine Sammlung in jedem Fall bereichert.

Carola Dewor booth

Carola Dewor booth

Ein weiterer Besuch lohnt sich an Stand C6. Die immersive Installation von Dennis Josef Meseg sollte man nicht verpassen. Mehr dazu finden Sie [hier].

Die hier vorgestellten fünf Positionen können natürlich nur einen kleinen Ausschnitt vermitteln. Die Discovery Art Fair Cologne findet vom 23. bis 26. April in der XPOST Köln statt.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Alle Fotos: Stefan Maria Rother.
Dennis Josef Meseg installation-booth

Dennis Josef Meseg installation/booth