
Wo andere Galerien auf Abstand setzen, heißt es bei der Marniok Art Gallery: Kommen Sie ruhig näher.
Gegründet von Julia Marniok in der Altstadt von Hochheim am Main, ging die Galerie aus einem mobilen Konzept hervor, das Kunst dorthin brachte, wo Menschen leben und arbeiten. Bis heute erinnern ihre Räume eher an ein Wohnzimmer als an einen klassischen White Cube. Auf der Discovery Art Fair präsentiert die Galerie drei Künstler*innen, die eines verbindet: die intensive Auseinandersetzung mit der Materialität der Malerei. Wie unterschiedlich sie damit umgehen, zeigt sich in drei ganz eigenen künstlerischen Positionen und macht den Besuch des Messestands besonders spannend.
Isabelle Breitkopf: Farbe in voller Lautstärke
Isabelle Breitkopfs Motto lautet „Es muss knallen“, und ihre Bilder halten dieses Versprechen. Die in Frankreich geborene und in Mainz lebende Künstlerin arbeitet mit Acrylfarben, die sie mit Lappen, Schwämmen, Spachteln, Rollen und Alltagsgegenständen bearbeitet. Sie schiebt, zieht und bewegt die Farbe so lange, bis ein pastoser Farbauftrag entsteht, in dem jede Geste sichtbar bleibt.
Die Energie ihrer Arbeiten erinnert an das Action Painting. Jede Leinwand hält den eigenen Entstehungsprozess fest und vermittelt zugleich die Freude, mit der sie geschaffen wurde. Die Kontraste sind expressiv, die Abstraktion konsequent, dennoch entfalten die Bilder eine unmittelbare Anziehungskraft. Spielerische Titel wie „Eiersalat“, „Flohzirkus“ oder „Schmackofatz“ erklären so gut wie nichts und regen gerade dadurch die Fantasie an. Breitkopfs Bilder wollen Freude bereiten und zum Austausch anregen. Was man in ihnen entdeckt, bleibt dabei ganz dem eigenen Blick überlassen.

Isabelle Breitkopf
Thorsten Poersch: Porträts im Zeichen der Vergänglichkeit
Thorsten Poersch wuchs im Ruhrgebiet zwischen Zechen, Kohlenstaub und rostendem Stahl auf. Seine Materialien scheinen etwas von dieser Herkunft in sich zu tragen: Kohle, Asche, Sand, Kalk, Papier und Pigmente werden in Schichten aufgetragen, bis die Oberfläche wie der Putz einer alten Mauer aufbricht.
Auf diesen verwittert wirkenden Flächen entstehen Gesichter aus feinen Punkten. Aus der Distanz fügt sich ein Porträt zusammen, beim Näherkommen löst es sich wieder in Punkte und Risse auf. Poersch hält darin flüchtige Momente von Schönheit, Jugend und Glück fest. Sie wirken beinahe greifbar und entziehen sich doch jedem Versuch, sie festzuhalten. Sie sind zeitgenössische Erinnerungsbilder, die dazu auffordern, den Augenblick bewusst wahrzunehmen und das Vergangene wertzuschätzen.

Thorsten Poersch
Susanne Kirsch: Der Reiz des Unvollkommenen
Susanne Kirsch wurde 1966 in Frankfurt geboren und lebt in Rodenbach. Sie arbeitet mit Acrylfarbe, Pigmenten, Kohle, Ölpastell und Spachtelmasse, die sie mit Pinseln und Spachteln aufträgt oder, wenn es die Leinwand verlangt, auch mit einem Besen.
Seit 2017 vertieft Kirsch ihre Auseinandersetzung mit der Farbmalerei im Studium bei Jerry Zeniuk, was sich in der ausgewogenen Komposition ihrer Arbeiten widerspiegelt. Wo sich auf einer Leinwand die Farbe verdichtet, bleibt auf der nächsten viel Raum für eine einzelne Linie. Ob abstrakt oder assoziativ, ihre Bilder verbinden farbliche Harmonie mit einer bewegten Dynamik. Sie können kraftvoll oder sanft, materialreich oder voller Leichtigkeit erscheinen. Kirschs Ansatz ist zeitgenössisch, seine Wurzeln liegen jedoch unverkennbar in der Tradition der abstrakten Moderne.

Susanne Kirsch
Marniok Art Gallery auf der Discovery Art Fair Frankfurt
Vom 29. Oktober bis 1. November 2026 präsentiert die Marniok Art Gallery Isabelle Breitkopf, Thorsten Poersch und Susanne Kirsch auf der Discovery Art Fair Frankfurt. Lassen Sie die Kunst aus nächster Nähe auf sich wirken und erfahren Sie selbst, welche Geschichten diese Arbeiten in Ihnen weiterschreiben.

Isabelle Breitkopf works at Marniok Gallery
