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Von der Plakatwand gerissen: Alf Pedersens Neo-Punk-Pop-Art

Alf Pedersen (Johnny Cash)

Jede Litfaßsäule in einer Großstadt ist eine Collage, die sich langsam und stetig verändert: Plakat über Plakat wird geklebt, bis Wind und Wetter oder vorbeigehende Menschen die Schichten wieder aufreißen. Alf Pedersen nutzt diese abgerissenen Papierschichten als Ausgangsmaterial für seine Kunst. Auf regelmäßigen Reisen nach Berlin und Hamburg sammelt er Plakatreste von Litfaßsäulen sowie andere Papierfragmente und bringt sie in sein Atelier im dänischen Esbjerg.

Dort werden sie zerschnitten, übereinandergeschichtet, übermalt und zu neuen Kompositionen zusammengefügt, häufig in Kombination mit Sprühfarbe und Acryl in leuchtenden Neonfarben.

Alf Pedersen

Alf Pedersen

Aufgewachsen am Hafen – ein Künstler aus eigener Kraft

Pedersen, der auch unter dem Namen Alf P arbeitet, wuchs in Esbjerg in einer Fischerfamilie auf, die eng mit der Nordsee verbunden war. Er ist Autodidakt und entdeckte bereits im Alter von 17 Jahren seinen Weg zur Kunst. Mit mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnten künstlerischer Erfahrung hat er eine ganz eigenständige und selbstbewusste Ausdrucksweise entwickelt. Seine Arbeit ist geprägt von Experimentierfreude, Freiheit und einem intuitiven Umgang mit Materialien.

Neben Acryl- und Sprühfarben verwendet er Fotografien, Schablonen, Typografie, zerrissene Plakate und recycelte Materialien. Als Bildträger dienen ihm nicht nur Leinwände, sondern auch Skateboards, Treibholz, alte Dielen, Eisenbleche, Kupferplatten und ausgediente Leuchtschilder. Einige davon tragen heute Porträts von David Bowie, Johnny Cash oder James Brown. Die Verwandlung ausrangierter Materialien in neue, lebendige Kunstwerke nimmt einen zentralen Platz in seinem Schaffen ein.

Alf Pedersen

Alf Pedersen

Trash in Transit: Kunst aus Fundstücken

Pedersen bezeichnet seinen Stil als „Neo-Punk-Pop-Art“, eine Verbindung von Street Art, Pop Art, Collage und Abstraktion. Auf seiner Facebook-Seite ergänzt er diese Bezeichnung um den Zusatz „Trash in Transit“, eine ebenso treffende wie spielerische Beschreibung seines künstlerischen Prozesses.

Seine Arbeitsweise erinnert an die Affichisten im Paris der 1950er-Jahre, die Plakate von den Wänden der Stadt abrissen und daraus Kunstwerke schufen. Als wichtigen Einfluss nennt Pedersen Jean-Michel Basquiat, dem er mit seiner Arbeit „Tribute To Samo“ eine Hommage widmet. Weitere bedeutende Inspirationsquellen sind Punk, Rock und Jazz sowie kulturelle Ikonen, historische Persönlichkeiten und Symbole. Hinzu kommen Textfragmente, die er auseinanderreißt und zu neuen Wörtern zusammensetzt.

Alf Ps Werke sind sowohl materiell als auch symbolisch vielschichtig. Sie lassen den Betrachtenden Raum, eigene Zusammenhänge zu entdecken und persönliche Geschichten darin zu erkennen.

Titelbild: Alf Pedersen. Courtesy des Künstlers.
Alf Pedersen

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