Beim ersten Blick auf eine Fotografie von Joseph & Caspari ist man zunächst nicht ganz sicher, was genau man sieht. Ist es ein Gemälde? Eine Langzeitbelichtung in Rot? Etwas zwischen einem Moment und einer Erinnerung?
Genau diese Ungewissheit ist beabsichtigt.
Joseph Huber und Brigitte Caspari kamen erst 2023 zur Fotografie und brachten dabei viele Jahre Erfahrung aus der Medienbranche mit. Seitdem haben sie eine Arbeitsweise entwickelt, die in ihrer Schlichtheit fast radikal wirkt. Keine Nachbearbeitung, keine Filter, keine digitalen Eingriffe. Was man sieht, ist das, was die Kamera aufgenommen hat. Und doch hat das, was ihre Kamera einfängt, nur noch wenig mit gewöhnlicher Realität zu tun.
Joseph & Caspari – Ruine für Druck
Das rote Tuch
Ein Teil der Arbeiten, die sie auf der Discovery Art Fair Cologne zeigen werden, kreist um ein zentrales Element, ein rotes Tuch. Es wird in die Luft geworfen, vor alte Mauern gehalten oder im Wind an einem hellen Strand bewegt. Ursprünglich sollte es unter Wasser fotografiert werden. Stattdessen entstand etwas Grundlegenderes. Figuren, die sich im Licht auflösen, Bewegungen, die zwischen Körper und Erscheinung schweben.
In jedem Bild durchzieht das Rot die Szene mit intensiver Präsenz. Das Tuch wird zur Figur, die Figur wird zum Tuch. Die Welt wirkt entrückt, beinahe mythisch. Und all das entsteht im Moment der Aufnahme.
Joseph & Caspari – Rotes Tuch Strand
Eine neue Bildsprache
Joseph & Caspari beschreiben ihren Ansatz als Street Photography, doch diese Bezeichnung greift zu kurz. Sie fotografieren die Realität nicht so, wie sie ist, sondern so, wie sie uns flüchtig erscheint. Wie ein Bild, das im Bruchteil einer Sekunde aufscheint, bevor unser Verstand ihm Bedeutung zuweist. Ihre Technik behandelt die Kamera selbst wie einen Pinsel. Ihre Werke werden zudem auf Leinwand gedruckt und verstärken so den Eindruck von Malerei.
Joseph & Caspari präsentieren ihre Arbeiten auf der Discovery Art Fair Cologne vom 23. bis 26. April 2026.
