{"id":6199,"date":"2016-09-11T15:52:21","date_gmt":"2016-09-11T15:52:21","guid":{"rendered":"http:\/\/discoveryartfair.com\/de\/?p=6199"},"modified":"2017-07-09T14:28:14","modified_gmt":"2017-07-09T14:28:14","slug":"henriette-simon-interview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/discoveryartfair.com\/de\/henriette-simon-interview\/","title":{"rendered":"Mythologie und Politik \u00fcber die Kunst erschlie\u00dfen \u2022 Interview mit Henriette Simon"},"content":{"rendered":"<p><strong>Henriette Simon<\/strong> ist eine in Berlin geborene K\u00fcnstlerin. Ihre freie Malerei besch\u00e4ftigt sich sowohl mit mythologischen und als auch politisch aktuellen Themen. Formfindung und Bildaussage stehen in ihren Arbeiten in Korrespondenz zueinander und schaffen in ihren Materialbildern eine nacherlebte Wirklichkeit.<\/p>\n<p><strong>Henriette, erz\u00e4hle bitte allen, die dich nicht kennen, etwas \u00fcber deine Kunst. Welche Art von Malerei machst du, was sind die Hauptthemen, die du abdeckst und wo findest du deine Inspiration?<\/strong><\/p>\n<p><em>Henriette Simon: Der Quell meiner Inspiration sind u.a. Mythen und Legenden, Phantasie und Sciencefiction, die Wurzeln von Sinn und Unsinn. Motive finde ich meist in der Natur, z.B. in den Br\u00fcchen der Birkenrinde. Die Vorstellung, wie lange dieser oder jener Baum schon existiert und was er schon alles erlebt und gesehen hat, regen meine Phantasie ungemein an. Auch in der Struktur von Gebirgen findet man viele Fratzen und Gesichter, die durch Erosion \u00fcber Jahrtausende geschaffen wurden. Gleich der Rauheit meiner Motive in ihrer Oberfl\u00e4chenstruktur, geht es bei meiner Arbeit darum dieses Gef\u00fchl greifbar zu machen. Rau und br\u00fcchig mit allen Ecken und Kanten, so wie auch wir sind und unsere Welt. Betrachtet man z.B. meine letzte Arbeit \u201eWALKING ON EARTH\u201c, die inhaltlich der momentanen politischen Situation geschuldet ist; \u00fcberall Krieg, Raubbau, Naturkatastrophen, Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me. Die Erde brennt. Positiv gesehen, kann es auch der Sonnenuntergang sein oder das Meer, das sich teilt, um den Verfolgten, Gejagten Durchlass zu gew\u00e4hren in eine bessere Zukunft. Also Hoffnung. Die Rauheit der Situation findet in der Rauheit der Materialien ihre Entsprechung. Acrylbinder, Sand gemischt mit Pigmenten, verrottendes Eisen gepaart mit leuchtendem Kupfer. Au\u00dferdem Arbeiten mit Materialbildern, denn es ist mir wichtig, die Phantasie des Betrachters anzuregen. Darum gebe ich den meisten Bildern abstrakte Namen, um den Betrachter nicht auf eine bestimmte Sichtweise festzulegen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Wer hat dich in deinem k\u00fcnstlerischen Schaffen von den bekannten K\u00fcnstlern am meisten beeinflusst?<\/strong><\/p>\n<p><em>HS: Es war nicht nur einer, sondern mehrere. Nat\u00fcrlich Pollock und De Kooning, aber auch Baziotes und Schumacher.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dein Werdegang ist reich an internationalen Referenzen, so hast Du Schulen in den USA besucht und in Japan, Italien und New York ausgestellt. Wenn du die Kunstszene in Asien, Amerika und Europa vergleichst, was sind f\u00fcr dich die Gemeinsamkeiten bzw. wo liegen deiner Meinung nach die Unterschiede?<\/strong><\/p>\n<p><em>HS: Allen gemeinsam ist, dass Stagnation von Politik und Wirtschaft auch Stagnation in Kunst und Kultur hervorruft. Nehmen wir z.B. die Zeit des Faschismus, nicht nur f\u00fcr Europas Kunst das absolute Desaster. Durch die Destruktion Europas konnte Amerikas Kunst ihre eigene k\u00fcnstlerische Sprache finden. Nun ist Asien im Aufbau, will politisch, wirtschaftlich und kulturell am Tisch der \u201eGro\u00dfen\u201c mitmischen. Von Regierungsseite strategisch geplant und aufgebaut, sollen z. B. die Gillman Baracks in Singapur der neue Ort f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kunst in Asien werden. Um das zu erreichen werden K\u00fcnstler protegiert, ihnen wird der politische Maulkorb abgenommen und jegliche Freiheit zugestanden, die ansonsten f\u00fcr einheimische Journalisten und Systemkritiker zur Todesstrafe gef\u00fchrt h\u00e4tten. Diese neue M\u00f6glichkeit ist der N\u00e4hrboden f\u00fcr neue Ideen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dieses Jahr nimmst du zum dritten Mal an der Berliner Liste teil. Wie sind deine Erfahrungen an in der Vergangenheit gewesen? Was hat dich dazu bewogen wieder zu kommen?<\/strong><\/p>\n<p><em>HS: Eine Messe ist Werbung. Sie soll neue Gesch\u00e4ftspartner und Kontakte bringen und nat\u00fcrlich die schon bestehenden Kontakte auffrischen und vertiefen. Auf den vergangenen Messen habe ich tolle Kollegen kennengelernt, Freundschaften geschlossen und internationale Ausstellungsm\u00f6glichkeiten eruiert.<\/em><\/p>\n<p><strong>Was sind deine Ziele und Erwartungen in Bezug auf die anstehende Messe? Wirst du ausschlie\u00dflich neue Arbeiten ausstellen?<\/strong><\/p>\n<p><em>HS: Leider habe ich mir den Ellenbogen gebrochen und muss umdisponieren. Es wird dadurch eine Kombination von neuen und \u00e4lteren Arbeiten sein.<\/em><\/p>\n<p><strong>Viele aufstrebende K\u00fcnstler nehmen an der Berliner Liste 2016 teil. Du bist inzwischen eine international anerkannte Malerin. Welchen Rat kannst du jungen K\u00fcnstlern mit auf den Weg geben, um einen Platz an der Sonne zu finden?<\/strong><\/p>\n<p><em>HS: Mit Freunde an die Dinge herangehen und offen sein f\u00fcr das, was das kommen mag.<br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Henriette Simon ist eine in Berlin geborene K\u00fcnstlerin. Ihre freie Malerei besch\u00e4ftigt sich sowohl mit mythologischen und als auch politisch aktuellen Themen. Formfindung und Bildaussage stehen in ihren Arbeiten in Korrespondenz zueinander und schaffen in ihren Materialbildern eine nacherlebte Wirklichkeit. Henriette, erz\u00e4hle bitte allen, die dich nicht kennen, etwas \u00fcber deine Kunst. 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