{"id":5378,"date":"2016-08-10T12:25:17","date_gmt":"2016-08-10T12:25:17","guid":{"rendered":"http:\/\/discoveryartfair.com\/de\/?p=5378"},"modified":"2017-07-09T14:28:48","modified_gmt":"2017-07-09T14:28:48","slug":"kaja-el-attar-interview-abstrakten-zeichnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/discoveryartfair.com\/de\/kaja-el-attar-interview-abstrakten-zeichnung\/","title":{"rendered":"Die Wiederbelebung der Abstrakten Zeichnung durch Kaja el Attar"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kaja el Attar<\/strong> ist in Kassel geboren und hat an der Kunsthochschule f\u00fcr Medien in K\u00f6ln studiert und schloss dort ihr Studium 2006 im Bereich Mediengestaltung\/Film und Fernsehen ab. Schon fr\u00fch entdeckte die K\u00fcnstlerin ihre Liebe zu Kunst und Design. Ihre kleinformatigen Werke zeigen abstrakte Welten, die Assoziationen freien Lauf lassen. Ihr k\u00fcnstlerischer Prozess ist von einer unmittelbaren intuitiven Linienf\u00fchrung gepr\u00e4gt, bei der sie wie in einem meditativen Zustand die Kontrolle an den Stift abgibt. Gerade im Hinblick des propagierten Endes der Zeichnung in der zeitgen\u00f6ssischen Kunst, sind Kaja el Attars Werke wunderbare Entdeckungen. Im Gespr\u00e4ch verriet uns die K\u00fcnstlerin, dass ihre Werke Phantasiewelten sind in denen der Betrachter sich und seine Geschichten entdecken soll. Dar\u00fcber hinaus sprachen wir mit ihr \u00fcber ihre k\u00fcnstlerische Entwicklung, Messeteilnahmen und \u00fcber ihre Experimentierfreude mit neuen Materialien.<\/p>\n<p><strong>Deine Arbeiten sind kleinformatig und zeigen verschiedene Formen. Welche Themen besch\u00e4ftigen dich in deinen Werken?<\/strong><\/p>\n<p><em>Meine Formate liegen bei DINA5 bis DINA2 und zeigen empfindsame, sensible und oftmals sehr schwungvolle Fantasiewelten \u2013  Kajawelten. Die Fantasie taucht ein in eine Welt der Poesie. Meine Hand wird Sitz des Instinkts und f\u00fchrt. Die intuitive Linienf\u00fchrung macht Lust, sich immer tiefer in die abstrakten Zeichnungen hineinzubegeben. Meine Werke sind schwer zu beschreiben: der Betrachter taucht in sie hinein und umso l\u00e4nger er sich mit ihnen besch\u00e4ftigt, f\u00e4ngt er selbst an, seine eigene Welt in ihr zu entdecken. Ich bringe die Formen und Farben auf Papier, der Prozess findet in jedem selbst statt. So erz\u00e4hlen die Werke ein einzigartiges inwendiges Leben, welches durch die Sprache der Zeichnung real wird.<\/em><\/p>\n<p><strong>Es scheint als w\u00fcrde in deiner k\u00fcnstlerischen Praxis die Zeichnung im Vordergrund stehen und dies, obwohl schon lange das Ende des Zeichnens in der zeitgen\u00f6ssischen Kunst prophezeit wurde. Stimmt der Eindruck?<\/strong><\/p>\n<p><em>Das ist richtig. Es gibt aber zum Gl\u00fcck immer noch eine feine, kostbare Nische f\u00fcr die leisen T\u00f6ne der Zeichnung. Die Sammler finden mich auch zwischen plakativer, gro\u00dfer Kunst und sind dann umso dankbarer \u2013 gerade wegen ihrer Seltenheit \u2013 dass sich dieses Genre weiterhin lebendig entwickelt. Bei der Auseinandersetzung mit Zeichnung empfinde ich es zum einen als ein Vorteil f\u00fcr mich, dass sich nur wenige K\u00fcnstler auf Papier ausdr\u00fccken, zum anderen finde ich es aber sehr bedauerlich, dass es so wenig reine Zeichenmessen gibt.<\/em><\/p>\n<p><strong>Kannst du den Weg beschreiben, der dich dazu gebracht hat K\u00fcnstlerin zu werden?<\/strong><\/p>\n<p><em>Meine Eltern sind Textildesigner, ich wuchs schon immer mit Farben und Formen am Webstuhl auf. Mich faszinierte, wie Striche Muster mit so viel Ausdruck und Gef\u00fchle erzeugen k\u00f6nnen, ohne dabei eindeutig zu sein. Die Kunst l\u00e4sst mich f\u00fchlen, ich erkenne mich selbst in ihr, sie ist mein Lehrer und Ansporn, ich lasse mich ganz auf sie ein. Dies sahen vor f\u00fcnf Jahren auch K\u00f6lner Freunde, die sich gut mit Kunst auskennen und meinten, ich solle unbedingt meine Arbeiten ausstellen. Sie organisierten mit mir meine erste Ausstellung und schon ging es los: ich wurde gesehen und verstanden! Nun war ich schon in Hong Kong, Singapur und Taiwan auf Messen, es scheint eine urspr\u00fcngliche Formensprache zu sein, die verstanden wird und sie \u00e4u\u00dferst fasziniert.<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_5385\" style=\"width: 427px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5385\" src=\"https:\/\/discoveryartfair.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Kaja-el-Attar-artwork.jpg\" alt=\"Kaja el Attar - artwork\" width=\"417\" height=\"596\" class=\"size-full wp-image-5385\" srcset=\"https:\/\/discoveryartfair.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Kaja-el-Attar-artwork.jpg 417w, https:\/\/discoveryartfair.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Kaja-el-Attar-artwork-210x300.jpg 210w\" sizes=\"(max-width: 417px) 100vw, 417px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-5385\" class=\"wp-caption-text\">Kaja el Attar &#8211; artwork<\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Du hast in der Vergangenheit an der Berliner Liste teilgenommen. Was macht diese Messe f\u00fcr dich so besonders und wie hast du von deiner Teilnahme profitiert?<\/strong><\/p>\n<p><em>Die Berliner Liste 2015 \u00fcberrollte mich! Ich bin neutral ohne viele Erwartungen auf einen Versuch hin gestartet. Am Ende der f\u00fcnf Tage hatte ich kaum noch Rahmen an der Wand! Es war erstaunlicherweise meine erfolgreichste Messe. Es kamen Sammler explizit meinetwegen aus D\u00fcsseldorf um endlich Arbeiten von mir zu kaufen. Auch Besucher aus Berlin, die mich im Nachhinein trafen und nun Freunde von mir geworden sind, haben mich dort gefunden und Werke von mir erworben. Ich freu mich jetzt schon auf meine Berliner Kunstliebhaber, die sich alle dort an dem ein oder anderen Tag einfinden werden. Vor allem freue ich mich ihnen dort meine Entwicklung zu pr\u00e4sentieren. Der Rest wird sich zeigen!<\/em><\/p>\n<p><strong>Auch 2016 wirst du an der Messe teilnehmen. Auf was f\u00fcr Arbeiten von dir d\u00fcrfen die Besucher sich freuen?<\/strong><\/p>\n<p><em>Oh, es gibt viel Neues! Ich habe neue Zwischenformate entdeckt, die mich herausfordern anders zu denken. Es sind Passepartout-Pappen in rechteckigem oder quadratischem Format und sie wirken durch ihre schwebende Wirkung sehr viel edler als Papier. Die neuen Werke sind um einiges mutiger, mit einem anderen noch freieren Schwung, sehr von warmen Sonnenstrahlen gepr\u00e4gt, was in der Energie und spannenden Farbkonstellationen wieder auftaucht.<\/em><\/p>\n<p><strong>Wie bereitest du dich auf einen solchen Messeauftritt vor?<\/strong><\/p>\n<p><em>Da es mittlerweile eine von vielen Messen ist, die ich in den letzten 5 Jahren weltweit bestreite, bin ich da langsam etwas geschulter: Ich wei\u00df, dass es auf der Berliner Liste gutes Licht und anst\u00e4ndige W\u00e4nde gib. Das ist schon mal ein gutes Fundament. Zudem habe ich im Kopf, wie viel Meter Wand ich gebucht habe und versuche diesen Raum bestm\u00f6glich mit dem zu bespielen, was ich unbedingt zeigen m\u00f6chte. Dazu lege ich die Arbeiten bei mir zu Hause auf den Boden um zu schauen, was an H\u00e4ngungen m\u00f6glich w\u00e4re. Danach werden die Rahmen angefertigt, fertig! Ich mag es, die W\u00e4nde dezent zu halten, lieber weniger zu zeigen und daf\u00fcr ausgew\u00e4hlt pr\u00e4sentiert. Mein Gl\u00fcck ist, dass die Arbeiten sehr klein sind, somit kann ich bei Interesse weitere Arbeiten aus meiner Mappe zaubern.<\/em><\/p>\n<p><strong>Was f\u00fcr Projekte hast du noch in diesem Jahr geplant?<\/strong><\/p>\n<p><em>Da ich viele Sammler habe, die in Deutschland verteilt leben reise ich viel. Diese Sammler empfehlen mich wiederum an weitere Interessenten, somit darf ich viel freier arbeiten. Meine n\u00e4chste Ausstellung wird im November in der Galerie Merkle in Stuttgart stattfinden. Ebenfalls in Stuttgart wird der ART ALARM, die Initiative Stuttgarter Galerien am 26.\/27.9., erfolgen. Den kalten Winter verbringe ich gern im S\u00fcden, dort finde ich meine Inspirationsquellen: L\u00e4nder, V\u00f6lker, Natur, Ger\u00fcche, Farben!<br \/>\nMein Wunsch w\u00e4re es au\u00dferdem, ein gesponsertes kleines Auto als ArtCar zu bemalen, mit dem ich dann durch die Gegend d\u00fcse und nach einem Jahr gern an die Firma zur\u00fcckgebe und diese k\u00f6nnte es versteigern. Mal schauen\u2026<\/em><\/p>\n<p><strong>Wohin m\u00f6chtest du deine k\u00fcnstlerische Arbeit noch entwickeln? Gibt es Materialien, die du gerne noch ausprobieren oder Projekte, die du gerne noch realisieren m\u00f6chtest?<\/strong><\/p>\n<p><em>Materialien fliegen mir nur so zu, ich habe das Gef\u00fchl sie finden mich zur gegebenen Zeit oder ich entdecke sie. So integriere ich nun ab und zu z.B. elektrische Widerst\u00e4nde, Dioden und Kondensatoren in meine Zeichnungen. Auch die Welt der Pantonefarben in Form von Aufklebern hat sich mir offenbart. Diese zerschneide ich in Linien, die ich mit viel Geduld und Akribie in eine Art Komposition auf Papier klebe. Es wird sich schon zeigen, was als n\u00e4chstes an der Reihe sein wird!<\/em> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaja el Attar ist in Kassel geboren und hat an der Kunsthochschule f\u00fcr Medien in K\u00f6ln studiert und schloss dort ihr Studium 2006 im Bereich Mediengestaltung\/Film und Fernsehen ab. Schon fr\u00fch entdeckte die K\u00fcnstlerin ihre Liebe zu Kunst und Design. Ihre kleinformatigen Werke zeigen abstrakte Welten, die Assoziationen freien Lauf lassen. 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